The Young ProfessionalDas Online-Magazin für junge Talente von Henryk Lüderitz


Dem Chef die Meinung sagen

Dem Chef konstruktives Feedback geben – so geht’s!

Ein Beitrag von Henryk Lüderitz

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Dem Chef Feedback geben – so geht’s.

Irgendwie stimmt die Stimmung im Team nicht, die Aufgaben sind unfair verteilt oder der Chef (m/w/d) macht einen Witz, der unter die Gürtellinie geht. Ab und zu kann man mal ein Auge zudrücken, doch wenn das gehäuft auftritt, muss etwas geschehen. Wie ihr es schafft eurem Chef souveränes Feedback zu geben, sodass ihr danach auch einen Vorteil habt und nicht unbedingt mit einer Abmahnung rechnen müsst, lest ihr hier.

Warum ist Feedback für den Chef wichtig?

Aus eigener Erfahrung als Führungskraft kann ich bestätigen: Chefs erhalten sehr selten Feedback von ihren Mitarbeitern. Eigentlich komisch, oder? Schließlich arbeitet man ja tagtäglich zusammen. „Erzwungene“ Feedback-Gespräche gibt es da meist nur einmal im Jahr im Zuge des Mitarbeitergesprächs. Dass es viel zu selten ist, dass solche wichtigen Gespräche nur einmal im Jahr stattfinden, müssen wir hier nicht weiter diskutieren. Vorgesetzte sind im Grunde genommen wie jeder andere Mitarbeiter auch auf Rückmeldungen angewiesen: Habe ich mich im Ton vergriffen? Delegiere ich die Aufgaben fair? Wo habe ich generell Verbesserungsbedarf? Diese und weitere Dinge sind für jeden Mitarbeiter wichtig, um sich beruflich und ggf. auch persönlich weiterentwickeln zu können.

 

Wie solltet ihr eurem Chef Feedback geben?

Um eurem Chef Feedback zu geben ist es nicht notwendig, ihn um einen 1,5 stündigen Termin zu bitten. Manchmal reicht es auch schon ihn zwischen Tür und Angel anzusprechen: „Hast du mal eben Zeit für das Thema XY?“. In kurzer Zeit könnt ihr einerseits eurem Chef einen großen Mehrwert bieten und habt andererseits selber etwas davon.

 

Was habt ihr davon eurem Chef Feedback zu geben?

Wenn euer Feedback eurem Chef dabei hilft

  • sich positiv zu entwickeln,
  • besser zu führen,
  • ihn zu neuen Ideen inspiriert,
  • er dadurch Aufgaben verständlicher delegieren kann,

erkennt euer Chef auch den Mehrwert als Mitarbeiter in euch: Er verbindet euch mit etwas Positiven, was wiederum wichtig für euren Karriereweg ist. Ihr als Mitarbeiter (m/w/d) seid wertvoll für ihn, denn ihr erledigt nicht einfach eure Aufgaben sondern bringt den Mut auf, ihm Rückmeldungen zu geben, die für ihn und ggf. das gesamte Team bedeutsam sind.

 

Was du beim Feedback an deinen Chef beachten solltest

1. Konkrete Beobachtung machen

Mit Hilfe des The Young Professional Workbooks könnt ihr beispielsweise Situationen aus dem Alltag festhalten, die euch aufgefallen sind – sowohl die positiven als auch die negativen Dinge. Wenn euer Chef zum Beispiel im Teammeeting heute einen Witz gemacht hat, der eigentlich kein Witz, sondern eher diskriminierend war, dann könnt ihr das im Workbook festhalten. Haltet hier auch fest, was genau der Witz und was genau daran nicht in Ordnung war. Indem ihr darüber nachdenkt und das Beobachtete aufschreibt, hilft es euch dabei die Situation objektiver zu sehen.

2. Wie hat sich das ausgewirkt

Hier könnt ihr euch überlegen, was das Verhalten eures Chefs ausgelöst hat. Es kann auch sein, dass ihr für euch diesen Witz neutral aufgenommen habt, gleichzeitig jedoch bemerkt ihr, dass sich eine bestimmte Kollegin durch diesen Witz angegriffen gefühlt hat. Beschreibt genau eure Beobachtung und die Wirkung auf die Kollegin. Zum Beispiel könnte die Notiz wie folgt lauten: Sie ist mit hochrotem Kopf aus dem Meeting raus, war schweigsamer an dem Tag, ist früher nach Hause gegangen. All das könnt ihr so aufschreiben, um es eurem Chef später schildern zu können.

3. Dem Chef mitgeben, was er hätte besser machen können

Jetzt geht es darum eure Beobachtung und eure persönliche Meinung als Verbesserungsvorschlag an euren Chef zu adressieren.
Natürlich ist es eure eigene Meinung, was euer Chef besser machen könnte, doch eventuell hilft es eurem Vorgesetzten oder inspiriert ihn zu einer neuen Verhaltensweise. Oder aber er erkundigt sich bei der Kollegin nochmal nach ihrem Empfinden.
Ihr könnt es in etwa wie folgt formulieren: „Ich hatte das Gefühl, dass der Witz bei Frau XY nicht gut angekommen ist. Sie hat ziemlich ärgerlich geschaut.“

 

Was du vom Chef Feedback hast

Wie ihr seht, haben vom Feedback geben alle etwas: Euer Chef hat die Möglichkeit sich zu entwickeln und seine Aufgabe als Führungskraft besser zu machen. Im Gegenzug wird er euch dankbar sein für eure Offenheit und in euch als Mitarbeiter einen zusätzlichen Mehrwert sehen.

Wenn ihr euch noch unsicher seid, was die genauen Formulierungen angehen oder was die konkrete Herangehensweise betrifft, dann habe ich folgenden Tipp für euch: Schaut auf der The Young Professional Academy-Seite vorbei. Hier habe ich ein Online Seminar zum Thema „Erfolgreiche und souveräne Kommunikation im Job“, welches du von zu Hause aus in deinem eigenen Tempo durchgehen kannst.

Zum Thema “dem Chef Feedback geben“ gibt es noch einen Podcast mit ausführlicheren Beispielen, den du dir hier oder über die Apple Podcast App anhören kannst.

Habt ihr eurem Chef schonmal Feedback gegeben oder würdet das gerne tun? Lasst es mich wissen!

Euer Henryk

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