The Young ProfessionalDas Online-Magazin für junge Talente von Henryk Lüderitz


So geht gute Führung in der Krise

Diese 5 Schritte braucht jeder Chef beim Krisenmanagement

Ein Beitrag von Henryk Lüderitz

Du steckst mit deinem Team bis über beide Ohren in der Corona-Krise? Es hagelt nur noch schlechte Neuigkeiten und die Mitarbeiter werden immer nervöser? In dieser Situation ist das Krisenmanagement von Führungskräften gefragt. Wer als Chef jetzt nicht mit einem klaren Konzept vorgeht, wird von der Krise überrollt. Damit dir das nicht passiert, erkläre ich dir hier 5 einfache Schritte, die dir Helfen, aus der Krise erfolgreich herauszukommen.

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1. Schritt im Krisenmanagement: Die Situation

Wenn ein Notarzt oder die Feuerwehr bei einem Unglücksort eintreffen, gilt ein wichtiges Prinzip: Big picture before Action! Als Führungskraft stehst du für dein Team so im Fokus, wie der Einsatzleiter der Feuerwehr. Wenn der am Einsatzort sofort mit dem Feuerlöscher losrennt, ist damit dem Team nicht geholfen. Versuch also ganz bewusst etwas Abstand zur aktuellen Lage zu entwickeln, mit kühlem Kopf und „von oben“ einen Blick für das Gesamtbild zu bekommen. Dafür hilft im wahrsten Sinne der physische Abstand, den du zur Zeit ganz prima aus dem Homeoffice heraus nutzen kannst. Stell dir von dort z.B. die Frage, wie dein Team oder das Unternehmen aktuell von außen wahrgenommen werden. Eine weitere Technik für mehr Klarheit über die Situation besteht darin, in einem Brainstorming alle Probleme zu notieren, die dir oder dem Team aktuell auffallen. Diese Technik kannst du auch mit den Einflussfaktoren machen, die für die aktuelle Dynamik sorgen. Auch eine Szenario-Technik kann für mehr Klarheit sorgen. Wichtig ist in diesem Schritt: Du musst nicht zwangsläufig Ideen oder Lösungen entwickeln. Klarheit und Strukturen sind die Grundlage für weitere Überlegungen.

 

2. Schritt im Krisenmanagement: Die Kommunikation

Hast du die Situationsanalys abgeschlossen, gilt es jetzt die Kommunikation mit dem Chef und dem Team aufzunehmen. Zuerst empfiehlt es sich, das Team auch emotional „abzuholen“ und den Sorgen und Ängsten einen angemessenen Raum zu geben. Klar, es wäre viel einfacher, wenn man als Chef direkt zum „Konstruktiv-Modus“ übergehen könnt, aber so einfach funktioniert Krisenmanagement eben nicht. Erst wenn der emotionale Druck etwas gemildert ist solltest du mit dem Team die neue Klarheit nutzen, um neue Ziele und Strategien zu bestimmen. Es wäre äußerst töricht, in der Krise mit den gleichen Parametern zu arbeiten, wie vor der Krise. Selbstverständlich musst du die neuen Ziele im „Ideen-Modus“ mit deinem Chef abstimmen. Natürlich ist das Loslassen von alten Zielen nicht einfach aber unerlässlich. Dieser Prozess fällt wesentlich leichter, wenn du aktiv mit neuen, konstruktiven Ideen aufwarten kannst, wohin du die Energie deines Teams leiten möchtest.

 

3. Schritt im Krisenmanagement: Die Organisation

Wenn deine Mitarbeiter(innen) vom neuen Kurs überzeugt sind und dein Chef die Freigabe erteilt hat, gilt es die Organisation der nächsten Schritte vorzubereiten. Dazu gehören neue Kommunikationswege, etablieren von Entscheidungswegen und dafür erforderliche Meetings. In den meisten Fällen ergeben sich durch neue Ziele auch neue Aufgabenbereiche, die zu den Stärken der Mitarbeiter passen müssen. Hinzu kommt die aktuelle Herausforderung des „remote work“ in den Homeoffices zu organisieren. Wer als Chef glaubt, ein Homeoffice ist die Verlagerung des Firmenbüros auf die Wohnzimmer der Mitarbeiter, der unterschätzt die Change-Auswirkung dieser Maßnahme. Wie du das Homeoffice für dein Team besser organisieren kannst, erkläre ich dir hier in meinem Online-Seminar. (Anmerkung der Redaktion: Dieses Seminar wurde in zwei Wochen bereits über 600x gebucht!!)

 

4. Schritt im Krisenmanagement: Die Mitarbeiter

Natürlich hast du dein Team schon in die Schritte 2-3 mit einbezogen. In diesem 4. Schritt geht es aber noch mehr um die persönlichen Belange, Sorgen und Potenziale der Mitarbeiter. Generell ist es wichtig zu wissen, welcher „TYP“ von Mitarbeiter(in) vor dir sitzt oder am Telefon ist. Je besser du die Persönlichkeit eines Mitarbeiters einschätzen kannst, desto gezielter kannst du den Bedürfnissen in der Krise gerecht werden. In den meisten Fällen kommt hinzu, dass viele Mitarbeiter(innen) und Chefs unter dem Druck einer Krisensituation andere / neue Verhaltensweisen zeigen. Das Ziel muss im ersten Schritt sein, dass deine Mitarbeiter sich individuell berücksichtig fühlen, ihren Sorgen und Nöten Raum geben dürfen und somit wieder halbwegs fokussiert arbeiten können. Der zweite Schritt besteht darin, zusätzliche Potenziale oder Ideen von den Mitarbeitern zu entdecken und gezielt in der Krise zu nutzen. Eine sehr erfolgreiche Frage ist z.B. die Frage danach, welche neue / bisher ungenutzte Fähigkeit vom Mitarbeiter/in in der Krise hilfreich sein kann.

 

5. Schritt im Krisenmanagement: Die Motivation

Spätestens nach den ersten vier Wochen der Corona-Krise ist klar gewesen: Diese Krise ist nicht nächste Woche überstanden! Mitarbeiter und Chef brauchen also eine gehörige Portion Durchhaltevermögen und Motivation. Die Grundlage dafür hast du bereits mit den ersten vier Schritten gelegt. Doch auch die beste Organisation und individuellste Kommunikation kann einen Motivationseinbruch nicht verhindern. Plumpe Durchhalteparolen sind auf Instagram zwar der Hit, in der Realität aber wenig wirkungsvoll. Als Chef bist du gefordert die Gründe für die sinkende Motivation zu erkennen und anzugehen. Gleichzeitig ist es sehr wirkungsvoll in regelmäßigen Abständen die bisherigen Erfolge zu würdigen. Selbst wenn auf einem neuen Weg in der Krise bisher ausschließlich Fehler produziert wurden, gilt es den Fokus vom Gedanken „wir haben das falsch gemacht“ hin zu „wir haben gelernt wie es nicht geht und können das Wissen für den nächsten Versuch nutzen„.

Was nach verdrehten Tatsachen aussieht, ist die Grundlage des Durchhaltevermögens. Nur wenn das Team erkennt, dass auch Misserfolge Schritte in die richtige Richtung sind, bleibt der Mut für weitere Schritte auf diesem Weg.

Kannst du Krisenmanagement?

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Das einzig Positive an der Corona-Krise ist, dass es ein sehr intensives Trainingsprogramm für das Krisenmanagement der gesamten Nation ist. Wie gut du das Krisenmanagement beherrschst, kann du als Chef ganz einfach an der Zufriedenheit deiner Mitarbeiter ablesen. Deshalb empfehle ich dir dringend eine regelmäßige Feedbackrunde mit deinem Team zu planen. Frag gezielt nach, wie die Zufriedenheit mit deinem Krisenmanagement ist und was du noch verbessern kannst.

Wenn du es schon von Beginn an besser machen möchtest, empfehle ich dir mein Online-Seminar „Gute Führung in der Krise„. Mit dem folgenden Gutschein-Code „TYP50EIH“ bekommst du dort sogar einen 50%-Rabatt!

Außerdem interessiert mich, welche Erfahrungen du als Führungskraft in der Krise so gemacht hast?
Du kannst mir gerne schreiben: redaktion@theyoungprofessional.de

 

Ich freue mich von dir zu hören, bleib gesund & munter,

Henryk

 

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