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Raum für Emotionen geben

Wie erkläre ich meinem Team eine negative Entscheidung?

Ein Beitrag von Redaktion The Young Professional

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Im letzten Artikel ging es darum, wie man mit negativen Entscheidungen umgeht. Ihr selbst habt euch also im Idealfall schon reflektiert und einen Plan geschmiedet, wie es an dieser Stelle weitergeht. Was aber, wenn ihr eure negative Entscheidung auch eurem Team/euren Mitarbeitern verkaufen müsst? In diesem Artikel bekommt ihr ein paar Hilfestellungen, wie ihr vorgehen könnt. Denn „Do Nothing“ ist auch in diesem Fall, keine wirkliche Option!

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Negative Entscheidung: So früh wie möglich mit dem Team sprechen

Das ihr mit eurem Team sprechen müsst, sollte euch natürlich klar sein. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt dafür? Am besten ist es, wenn das Team schon im Entscheidungsprozess involviert ist. Das ist aber nicht immer möglich. Eine Personalentscheidung, wie im letzten Artikel, ist eigentlich eine „Chef-Sache“. 

In diesem Fall sollte eine Kündigung, so bald wie möglich auch an das Team weitergeleitet werden. Die Entscheidung solltet ihr als Chefs , dem Team unbedingt persönlich vermitteln. Denn so verhindert ihr, dass eure Mitarbeiter auf anderen Wegen von der Kündigung des Kollegen erfahren.

Mitarbeiterbesprechung einberufen  

Jetzt geht es darum, so persönlich wie möglich zu sein. Eine Email an euer Team, ist dabei eine schlechte Variante. Eure Mitarbeiter sind mit der Information über eine Kündigung, in diesem Moment nämlich alleine und wissen vielleicht nicht, wie sie damit umgehen sollen. Besser ist es, eine Mitarbeiterbesprechung einzuberufen. Diese muss nicht unbedingt länger als 15 Minuten dauern. Es geht aber darum, dass ihr euch eurem Team persönlich stellt.

Eine negative Entscheidung fördert Emotionen 

Habt ihr alle Mitarbeiter versammelt, geht es um eine kurze Vermittlung des Sachverhalts. Im Fall einer Kündigung, werden nicht alle Teammitglieder begeistert sein. An diesem Punkt bringt es nichts, wenn Emotionen unterdrückt werden. Fragt also konkret nach, wie es euren Mitarbeitern mit der Entscheidung geht. Ermuntert die Mitarbeiter an dieser Stelle dazu, ihre negativen Emotionen freien Lauf zu lassen. Wenn es im Vorfeld Fehler gab, solltet ihr diese auch zugeben können. In dieser Situation bringt es nichts, sich zu rechtfertigen oder rauszureden. Es geht erstmal darum, dass sich jeder äußern und seine Gefühlswelt darstellen kann. 

Managementcoach Henryk Lüderitz kennt solche Situationen aus seiner Zeit in Unternehmen ebenfalls:

„Emotionen rauslassen ist an dieser Stelle wichtig, damit es kein Gerede hinter eurem Rücken gibt. In einem solchen Gespräch sieht man, wer mit dem Thema gut abschließen kann und wer nicht. So könnt ihr auch herausfinden, mit wem ihr im Nachhinein nochmal unter vier Augen sprechen müsst.“

Zukunftsgedanken 

Jetzt, da jeder sich geäußert hat oder äußern konnte, geht es darum, in die Zukunft zu blicken. Der Fokus soll auch auf das Positive gerichtet sein. Konkret geht es um die Frage:

Was können wir gemeinsam tun, um die Auswirkungen dieser Entscheidungen zu reduzieren?

Eine wichtige Sofortmaßnahme, wäre bspw. die Schaltung einer Stellenausschreibung, damit der freie Platz im Team schnellstmöglich besetzt werden kann. Gleichzeitig könnt ihr auch fragen, was das Team für Ideen hat und wie es jetzt weitergehen kann. Schließlich muss in dieser Situation, die Arbeit des Kollegen aufgeteilt werden.

Im Anschluss geht es auch um die Frage, was man aus dieser Situation gelernt hat. Wie soll in Zukunft gehandelt werden, damit nicht wieder eine negative Entscheidung getroffen wird? 

Diese Fragen, Maßnahmen und Ausblicke gehen weg vom „meckern“,  hin zu konstruktiven Vorschlägen.

Negative Entscheidung? Eure Erfahrungen

Wie geht ihr mit solchen Situationen um? Behaltet ihr negative Entscheidungen am liebsten für euch, oder stellt ihr euch der Situation direkt? Wir sind gespannt auf eure Antworten und Erfahrungen!

Sendet diese gerne an redaktion@theyoungprofessional.de

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