The Young Professional - Das Onlinemagazin für junge Talente von Henryk Lüderitz

Das Prinzip der Reziprozität

Business-Knigge: Wie gut bist du im Geben und Nehmen?

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Die Wissenschaft nennt es „Reziprozität“, der Volksmund spricht vom Geben und Nehmen. Dieses relativ einfach zu verstehende Prinzip hat im Job ebenfalls eine sehr große Bedeutung. Dabei ist es egal, ob du bereits in einer Führungsposition angekommen bist und ein kleines Team führst oder Teil eines Teams bist. Wie du das Geben und Nehmen für dich nutzen kannst und worauf du achten musst, erfährst du hier. Wie immer gibt es als Ergänzung zu diesem Artikel hier auch noch eine Podcastfolge.

Das Geheimnis der Reziprozität

Hat dir schonmal ein Kollege die schwere Tasche vom Auto bis ins Büro getragen? Oder einen Kaffee aus der Kantine mitgebracht? Wenn ja, hatten diese netten Gesten in der Regeln eine Wirkung auf dich. Die meisten Menschen fühlen sich danach nämlich verpflichtet, diese Gefälligkeit zu erwidern. Wenn wir auf diesen Gefallen nichts zurückgeben, plagt uns ein schlechtes Gewissen. Wissenschaftler und Psychologen haben diesen Effekt bereits 1971 entdeckt und erforscht.

Gefahren der Reziprozität im Job

Eigentlich ist das Prinzip des Geben und Nehmens sehr positiv. Es kann allerdings auch zu einer Gefahr werden, wenn nämlich die netten Gefälligkeiten nicht erwidert werden. In der Regel haben die meisten Mitmenschen ein recht gutes Gedächtnis, wenn es um kleine Höflichkeitsgesten geht. Wir reagieren deswegen leicht verstimmt, wenn eine Gegenleistung ausbleibt. Schnell ist die andere Person dann auch mit dem Label des „Schnorrers“ belegt. Und genau dieses Label ist für die persönliche Karriere sehr schädlich. Führungskräfte müssen zusätzlich mit einem weiteren Aspekt umgehen. Großzügigkeiten gegenüber dem Team müssen immer richtig dosiert sein und dürfen die Teammiglieder niemals ungleich behandeln. Gleichzeitig gilt es zu beachten, dass je nach Reifegrad der Mitarbeiter unterschiedliche Spielräume für das Geben und Nehmen bestehen. Du merkst, es klingt einfach, kann aber in der Praxis mitunter Risiken mit sich bringen. Damit dir das Prinzip der Reziprozität nicht zum beruflichen Verhängnis wird, habe ich hier vier Tipps für dich:

Prüfe deine Wahrnehmung

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Wie stark nimmst du das Geben und Nehmen eigentlich wahr?

Diesen Tipp gebe ich auch im Coaching oder Seminar relativ häufig. Kommen wir dort zum Thema der Reziprozität, können sich nur ganz wenige Teilnehmer an die letzten empfangenen Gefallen der vergangenen Woche erinnern. Das zeigt, dass die Teilnehmer einen blinden Fleck für das Empfangen von kleinen Gefälligkeiten entwickelt haben. Oder sie sind wirklich so unbeliebt, dass ihnen keiner etwas Gutes tut ;-)
 Deshalb rate ich dazu, bewusster durch den Alltag zu gehen und auf kleine Höflichkeiten und Gesten der Wertschätzung zu achten, die dir andere entgegenbringen. Das beginnt mit der aufgehaltenen Tür und geht bis hin zu einem Hilfsangebot in der Zusammenarbeit. Achte bitte auch auf das Vorurteil, dass diese Gesten ja völlig normal sind. Richtig, die Tür auzuhalten ist normal, aber eben nicht selbstverständlich. Leider!

Prüfe deine eigene Bereitschaft etwas zu geben

Diesen Schritt der Selbstreflexion empfehle ich sehr gerne, in der Hoffnung, dass unsere Welt irgendwann mal ein bisschen besser wird. Wenn jeder von uns nur 1-2x pro Tag einem anderen Menschen behilflich ist, statt beispielsweise aufs Smartphone zu starren, wäre die Welt ein viel freundlicherer Ort. Frag dich doch mal selbst, wie oft du den Menschen in deinem Umfeld etwas gibst. Und wenn du etwas gibst: Was ist es dann?

Prüfe deine Gegenleistung

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Geben und Nehmen sollte selbstverständlich sein.

Zugegeben, das Wort „Gegenleistung“ klingt in diesem Zusammenhang sehr materiell. Darum geht es bei dem Erwidern von Gefälligkeiten aber nicht. Auch nicht um den berühmten „Klüngel“ oder gar eine Vetternwirtschaft. Deshalb kann es auch gefährlich sein, wenn deine Antwort auf eine kleine Geste sehr viel größer ausfällt. Willst du dich für den mitgebrachten Kaffee mit einer Flasche Wein revanchieren, bekommt diese Geste einen komischen Beigeschmack. In meiner Erfahrung hat es sich am besten bewährt, Gesten zu nutzen, die kein oder nur wenig Geld kosten. So kannst du dir beispielsweise einfach mal fünf Minuten Zeit nehmen und jemandem zuhören, der gerade ein offenes Ohr braucht. Das kostet dich nur ein paar Minuten, bedeutet deinem Gesprächspartner aber sehr viel.

Was kostet mich wenig, bedeutet dem anderen viel?
Henryk Lüderitz

Was tun, wenn du nur ausgenutzt wirst?

Selbstverständlich muss sich das Geben und Nehmen im Business im vernünftigen Rahmen halten. Egal, ob du Führungskraft bist oder Teil eines Teams, empfiehlt es sich, achtsam und vorsichtig mit diesem Prinzip umzugehen. In der Praxis ergibt sich sonst schnell ein Ungleichgewicht. Wenn du beispielsweise merkst, dass du durch gelegentliches Zuhören zum täglich genutzten Kummerkasten des Teams geworden bist, hast du deine Hilfsbereitschaft etwas übertrieben.
Bestimmt fragst du dich jetzt: Und wenn ja, wie komme ich dann da wieder raus? Ganz einfach: Grenzen setzten und wertschätzend aber deutlich kommunizieren. Wie du das so hinbekommst, dass du nicht sämtliche Beliebtheitspunkte verspielst, erkläre ich in einem extra Kapitel im Seminar "Erfolgreich Kommunizieren" Als Leser bekommst du mit dem Rabatt-Code KOMMUNIKATION200 sogar einen 200,-€ Rabatt.

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Dein Umgang mit dem Geben und Nehmen

Wie lebst du denn das Geben und Nehmen? Welche Erfahrungen hast du damit gemacht?
Ich freue mich über eine Nachricht oder Kontaktanfrage bei Xing oder Linkeding und freue mich noch mehr, wenn du diesen Artikel mit deinem Neztwerk teilst!
Mit besten Grüßen, Henryk Lüderitz

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Über den Autor

Ich bin Henryk Lüderitz, Management Trainer, Business Coach, Speaker und führender Experte für junge Talente. Hier im Magazin, als Xing-Insider und als bekannter Gastautor schreibe ich über Karrierethemen, die Young Professionals bewegen.
Mit meinen Seminaren, Video-on-Demand Kursen und Coachings unterstütze ich junge Talente in Unternehmen oder dich ganz persönlich!

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