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Meine 3 Tipps helfen dir dabei, mit einem fehlerhaften Arbeitszeugnis umzugehen!

Schlechtes Arbeitszeugnis? Nicht mit mir!

Was tun bei einem negativen Arbeitszeugnis?

„Der wahre Charakter eines Menschen zeigt sich nicht bei der ersten Begegnung, sondern bei der letzten.“ (Quelle: Entervasion) Dieses Zitat ist sehr wahr. Das erkennst du spätestens daran, wenn du von deiner Ex-Führungskraft ein schlechtes Arbeitszeugnis erhältst. 

Nimm das negative Zeugnis nicht einfach so hin. Dein:e Ex-Chef:in muss dir ein wohlwollend formuliertes Arbeitszeugnis mitgeben. Das sieht die Gewerbeordnung so vor. Tut dein:e Chef:in dies nicht, kannst du dagegen angehen. Meine 3 Tipps helfen dir dabei, mit einem fehlerhaften Arbeitszeugnis umzugehen:

1. So erkennst du ein inkorrektes Arbeitszeugnis

Ein Arbeitszeugnis durchläuft verschiedene Stationen. An erster Stelle stehen die Formalien des Angestellten: vollständiger Name, Geburtsdatum und Geburtsort. Wie lange man im Unternehmen beschäftigt war. Und welche Position man vertreten hat. Wenn diese kurzen Details über deine Person schon nicht richtig sind, geht das Arbeitszeugnis wieder zurück.

Danach folgt ein kurzer Absatz über das Unternehmen. Und im Anschluss die Tätigkeiten, die du ausgeübt hast. Prüfe genau, ob die beschriebenen Tätigkeiten überhaupt stimmen – oft wird einfach irgendetwas hineingeschrieben. Oder die Tätigkeiten deiner Kollegen werden mit deinen eigenen vermischt. Leider oft deshalb, weil viele schlechte Führungskräfte keine Ahnung haben, was ihre Angestellten für Aufgaben in ihrem Unternehmen geleistet haben.

In der dritten Station des Zeugnisses wird dein Charakter beschrieben, dein Fachwissen, deine Teamfähigkeit. Achte im letzten Abschnitt besonders auf den Satz, unter welchen Umständen die Kündigung erfolgte: Wurdest du gekündigt oder hast du selbst die Initiative ergriffen? Hier geben Chefs oftmals damit an, dass sie die Zügel in der Hand halten und ihre Mitarbeitenden selbst gekündigt haben. Fremde Lorbeeren einheimsen? Geht gar nicht!

Bevor du ins Detail gehst, prüfe also, ob folgende inhaltliche Punkte enthalten sind:

  • Beschäftigung
  • Qualifikation
  • Leistung &
  • Angaben zum Sozialverhalten

Sind diese vier Hauptbestandteile nicht in deinem Arbeitszeugnis vorhanden, handelt es sich schon um grobe inhaltliche Fehler. 

Unter Umständen kann dies tatsächlich passieren, wenn deine Führungskraft bzw. deine Mitarbeiter:innen nicht wissen, welche Punkte in ein Zeugnis gehören. Bitte in diesem Fall um eine neue Version, in der die fehlenden Punkte enthalten sind.

2. Geheimcode knacken

Wie bereits beschrieben ist es rechtswidrig, einem ausgeschiedenen Angestellten ein unangemessenes Arbeitszeugnis auszustellen. Unglaubwürdig wird es, wenn eine Führungskraft die Angestellten bis in den Himmel lobt. Aber schlecht machen, indem man auf allen negativen Charaktereigenschaften herumreitet, ist auch keine Option. Die goldene Mitte zu finden, hat Priorität.

Im Arbeitszeugnis steht z. B. drin, wie dein:e Chef:in deine Arbeitsleistung insgesamt einschätzt. Und zwar nicht in Form von Schulnoten, sondern in einer Art sprachlichem Geheimcode. Wenn du diesen Code entschlüsselst, weißt du genau, was dein:e Vorgesetzte:r über dich und deine Arbeitsleistungen denkt. 

Im Internet gibt es zahlreiche Listen mit allen möglichen Formulierungen. Vergleiche dein Zeugnis mit diesen Listen. Stimmen die Formulierungen nicht mit deiner Wahrnehmung überein? Dann spreche mit deinem direkten Vorgesetzten und bitte um Korrektur. Am besten mit deinen Vorschlägen, wie dein Zeugnis besser formuliert sein sollte. Damit machst du deutlich, dass du die Codes kennst, eine andere Wahrnehmung deiner Leistung hast und auch die passende Zeugnis-Formulierung dafür weißt.

3. Rechtliche Schritte einleiten

Sollte sich dein:e Vorgesetzte:r nicht auf deine vorgeschlagenen Formulierungen einlassen, dann kannst du final auch rechtliche Schritte einleiten. Um genauer zu sein: die Zeugnisberichtigungsklage. Am besten lässt du die Klage über einen Anwalt laufen – das macht erstens mehr Eindruck und zweitens bist du dann auf der sicheren Seite, dass alles rechtens abläuft.

Das negative Arbeitszeugnis ist gerechtfertigt? Wie verhalte ich mich jetzt?

Alle Maßnahmen, ein schlechtes Arbeitszeugnis zu revidieren, haben nicht funktioniert? Dann liegt es womöglich daran, dass das Zeugnis gerechtfertigt ist. Vielleicht war deine Arbeitsmoral nicht die beste? Oder du warst mit deinen Aufgaben überfordert?

Dann ist es am besten, direkt mit offenen Karten zu spielen. Bereits im Bewerbungsanschreiben kannst du dein schlechtes Arbeitszeugnis unmittelbar zur Sprache bringen. Ehrlichkeit wird stets hochgeschätzt. Im persönlichen Gespräch kannst du die negativen Passagen dann gezielt ansprechen und erklären, wie es dazu gekommen ist. Und was du final daraus gelernt hast. Aber bitte bleib authentisch! Hau nicht extrem auf den Putz – das lässt dich wenig realistisch erscheinen.

Besser ist natürlich, deine Job-Kompetenzen auszubauen, damit es erst gar nicht zu einem schlechten Zeugnis kommt. Du kannst dafür beispielsweise mein Seminar-Bundle nutzen und an den Kernkompetenzen: Zeit- & Selbstmanagement, Kommunikation & Leadership arbeiten. Du findest das Seminarpaket hier und sparst mit dem Angebot insgesamt über € 600,-.

Angebot: Get Things Done

Welche Erfahrungen hast du bereits mit einem schlechten Arbeitszeugnis gemacht? 

Schreib mir gerne! Übrigens: Weitere Karriere-Tipps findest du hier und Seminare oder Coaching-Angebote hier.

Viele Grüße
Henryk Lüderitz

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Über den Autor

Ich bin Henryk Lüderitz, Management Trainer, Business Coach, Speaker und führender Experte für junge Talente. Hier im Magazin, als Xing-Insider und als bekannter Gastautor schreibe ich über Karrierethemen, die Young Professionals bewegen.
Mit meinen Seminaren, Video-on-Demand Kursen und Coachings unterstütze ich junge Talente in Unternehmen oder dich ganz persönlich!

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